Alexandros Grigoropoulos, R.I.P.

alexis

Am 6.12.08 haben die Bullen es wieder getan.
Der 15-jährige Alexis wurde zu einem weiteren Namen auf der Liste derer die getötet wurden, weil sie es wagten die herrschende Ordnung in Frage zu stellen.
Unsere Solidarität und unsere Gedanken gelten in diesen Stunden den Angehörigen und FreundInnen von Alexis.

Der Verlust eures Sohnes und Freundes ist zugleich der erneute Verlust der Illussion, dass wir von den Bullen etwas anderes zu erwarten haben als Repression, Gewalt und Tod. Dementsprechend muss ihnen begegnet werden.
Kein Vergeben und kein Vergessen für den Mord an Alexis!
Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle!

Mehr Infos zum Mord an Alexis und der aktuellen Situation in Griechenland gibt es hier.

Das neue Versammlungsgesetz kippen!

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Nazigedenken demontieren!

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Gegen Volk, Nation und Militär!

Nazigedenken Demontieren!

Kein Naziaufmarsch am 15.11. In München!

Am 15.11.2008 wollen Nazis in München einen Aufmarsch anlässlich des “Volkstrauertages” durchführen. Zu dieser Veranstaltung rufen Nazis aus dem Spektrum der “Freien Nationalisten” und der NPD auf. Bei diesem so genannten Heldengedenken geht es darum, Wehrmachts -und SS-Soldaten als Helden zu verklären und damit den Nationalsozialismus offen zu verherrlichen. Verhindern wir gemeinsam die Verherrlichung des Nationalsozialismus!

Das Heldengedenken der Nazis

Der historische Nationalsozialismus ist für Nazis bis heute Maßstab ihrer politischen Theorie und Praxis. Blickt Mensch auf Naziaktivitäten aus den letzten Jahren, so zeigt sich, dass kaum ein Thema so präsent und attraktiv für die extreme Rechte ist, wie die Verherrlichung des Nationalsozialismus. Mit dem Motto des “Heldengedenkens” greifen die Nazis ganz bewusst auf einen nationalsozialistischen Begriff zurück. Großspurig wird dieser Naziaufmarsch als “zentraler Heldengedenkmarsch der Freien Kräfte aus Bayern” angekündigt. Zu ähnlichen Anlässen, wie zum Beispiel den Protesten gegen die Wehrmachtsausstellung, den Rudolf-Hess-Gedenkmärschen oder dem Heldengedenken in Halbe, konnten Nazis stets mehrere Tausend Anhänger_innen mobilisieren – organisationsübergreifend und teilweise europaweit. Die Verherrlichung des Nationalsozialismus schafft insofern einen für die rechte Szene wichtigen Brückenschlag zwischen Alt -und Neonazis.
Die deutschen Soldaten werden von extrem rechter Seite als Verkörperung des idealen nationalsozialistischen Menschenbildes angesehen. Dazu gehören militaristische, patriarchale und antiemanzipatorische Elemente, wie das soldatische Gemeinschaftsgefühl, das Kämpfen für das Vaterland, der Untertanengeist oder die Selbstaufopferung für das Wohl der Volksgemeinschaft bis hin zur bewussten Inkaufnahme des eigenen Todes. Mit dem Versuch, die Angehörigen der SS und Wehrmacht als “Helden” darzustellen, soll ein positiver Bezug zum Nationalsozialismus hergestellt werden. Es geht den Nazis bei ihrem Aufmarsch also darum, die Verbrechen des 3. Reiches zu relativieren und sich dadurch indirekt positiv auf die Shoah und den Vernichtungskrieg der Deutschen zu beziehen, sowie darum, auf diese Weise Antisemitismus, Rassismus, patriarchale Unterdrückung und eine totalitäre Gesellschaftsordnung auch in der Gegenwart zu propagieren. Diese Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus werden wir nicht hinnehmen! (mehr…)

Freiheit stirbt mit Sicherheit

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Samstag, 06.12.2008, Stuttgart

Zum 1.1.2009 soll in Baden-Württemberg ein neues Versammlungsgesetz in Kraft treten. Neue Hürden, weitere Schikanen, mehr Kontrolle und hohe Strafen sollen Versammlungen weiter erschweren. Wir werden die zusätzlichen Einschränkungen unserer Versammlungsfreiheit nicht widerstandslos akzeptieren und rufen daher zu einer Demonstration am Samstag, den 6.12.2008, in Stuttgart auf.

Neues Versammlungsgesetz soll Polizeiwillkür legalisieren

Unter dem Vorwand der „Extremismusbekämpfung“, einem antikommunistischen Propagandabegriff aus dem Kalten Krieg, will die baden-württembergische Landesregierung die Versammlungsfreiheit einschränken. Nach dem Vorbild Bayerns sollen Demonstrationen zukünftig dem Wohlwollen von Polizei und Ordnungsämtern sowie umfassender Dauerüberwachung unterliegen. Baden-Württemberg spielt, wie schon mit dem im August verabschiedeten Polizeigesetz, eine Vorreiterrolle beim Trend zum Ausbau von Repressionsorganen bei gleichzeitigem Abbau des Sozialstaats, der sich auch in bundesweiten Maßnahmen wie der Vorratsdatenspeicherung und der Überwachung von Arbeitslosen widerspiegelt.

Beim Entwurf für das neue Versammlungsgesetz handelt es sich um einen breiten Angriff auf alle gesellschaftlichen Kräfte, die dieser Entwicklung tatsächlich oder potentiell entgegenstehen; von der antifaschistischen Bewegung bis zu den Gewerkschaften. Das vorgeschobene Ziel, Nazi-Aufmärsche verhindern zu wollen, ist besonders unglaubwürdig, weil es gerade die baden-württembergische CDU regelmäßig und systematisch unterläuft, indem sie AntifaschistInnen diffamiert und zugleich rechte Übergriffe und Propaganda bagatellisiert. Auf juristischer Ebene setzen Staatsanwaltschaft und Polizei gerade in Baden-Württemberg ursprünglich gegen Nazi-Symbolik erlassene Gesetze vor allem dazu ein, AntifaschistInnen zu kriminalisieren. Zugleich verbreiten Nazis bei ihren Aufmärschen immer wieder nationalsozialistische Propaganda unter Polizeischutz.

Jetzt will die baden-württembergische Landesregierung mit ihren personellen Überschneidungen zu alten und neuen Nazis – es seien hier nur die Stichworte Filbinger und „Studienzentrum Weikersheim“ genannt – die Versammlungs- und Meinungsfreiheit einschränken. Der ideologiegetränkte Begriff „Extremismusbekämpfung“ verweist deutlich auf ihre durchsichtige Taktik, Engagement gegen Nazis vorzutäuschen und linke Bewegungen anzugreifen.

Das sogenannte Militanzverbot im neuen Versammlungsgesetz soll verhindern, dass Demonstrationen Störungen Dritter und einen „Eindruck der Gewaltbereitschaft“ hervorrufen. Hinter diesen Phrasen verbirgt sich in der Praxis, dass statt belegbarer Fakten ein vages Gefühl Dritter ausreicht, damit ein Einsatzleiter der Polizei eine ihm nicht genehme Demonstration auch gewaltsam auflösen lassen kann. Streikkundgebungen vor einem Betrieb oder Proteste gegen Nazi-Läden könnten als störend empfunden und damit verboten werden.

AnmelderInnen sollen mit dem Kooperationszwang zukünftig persönlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie eine Demonstration auf Aufforderung der Polizei nicht „freiwillig“ auflösen. Demo-OrdnerInnen soll die Polizei schon im Voraus namentlich überprüfen, durchleuchten und willkürlich ablehnen können. Darüber hinaus sieht der Gesetzesentwurf vor, dass die Polizei Demonstrationen und somit alle TeilnehmerInnen jederzeit und ohne konkreten Anlass auf Video aufzeichnen darf.

Beim neuen Versammlungsgesetz handelt es sich um einen Gummiparagraphen, der Polizei und Ordnungsämter Veranstaltungen überwachen und verbieten lässt, ohne dass sie dafür konkrete Gründe benötigen. Die Landesregierung beruft sich darauf, dass ?erfolgreich? erprobte Praxis eine gesetzliche Grundlage benötige. Diese Praxis besteht häufig darin, linken Protest – bislang oft widerrechtlich – mit schikanösen Auflagen zu behindern, abzufilmen und anzugreifen. Praktisch unüberwindbare formaljuristische Hürden sollen dazu führen, dass sich Demonstrationen grundsätzlich in einer Grauzone bewegen, so dass die Polizei immer einen Anlass für eine Kriminalisierung finden kann.

Wir, das Antifaschistische Aktionsbündnis Baden-Württemberg, stellen uns diesem politisch motivierten Angriff entgegen und fordern den sofortigen Stopp der Kriminalisierung linker Demonstrationen. Erst recht werden wir gegen den Versuch Widerstand leisten, weiteren polizeilichen Willkürmaßnahmen eine rechtliche Grundlage zu geben. Die Einschüchterung, die die Bedrohung von Demo-AnmelderInnen, die namentliche Erfassung von OrdnerInnen und die flächendeckende Videoüberwachung bewirken sollen, wird uns weiterhin nicht daran hindern, Nazis kompromisslos entgegenzutreten sowie soziale und antikapitalistische Forderungen auf die Straße zu tragen.

Presseerklärung des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Baden-Württemberg vom 13.10.08

Demonstration gegen das neue Versammlungsgesetz

* 29.11.2008 Mannheim
* 06.12.2008 Stuttgart

Weitere Texte von AABW-Gruppen:

Communiqué der Autonomen Antifa Freiburg
Flugblatt [pdf] des AK Antifa Mannheim
* 13.12.2008 Freiburg

Vom wüsten Fuchs

wüstenfuchs
Eine gewisse klammheimliche Freude ließ sich nicht leugnen, als wir in der Lokalpresse ein Foto entdeckten, welches ein „umstrukturiertes“ Rommel Denkmal zeigte.
Nazisau ist drauf zu lesen und um die ganze Angelegenheit nachhaltiger zu gestalten, ließen es sich die Täter nicht nehmen einzelne Buchstaben abzuschlagen.
Natürlich stellt dieser Anschlag aus der Sicht des Rechts-Staates eine kriminelle Handlung dar, doch für viel krimineller erachten wir die Existenz des Denkmals selbst.
Stolz thront es über Heidenheim, gewidmet einem „Sohn der Stadt“, der sich tapfer und unerschrocken für den Tod Tausender verantwortlich zeichnet.
Der pflichtbewusst bis ins Mark Menschenmassen unter der Hakenkreuzfahne abschlachten ließ.
Der die Meinung vertrat, dass irgendwelche sentimentalen Hemmungen des deutschen Soldaten gegenüber dem Feind völlig unangebracht wären.
Der um jeden Preis die Landung der alliierten Truppen in der Normandie zu verhindern suchte, um so die reibungslose Vernichtung von Millionen zu gewährleisten.
Der also alles in seiner Macht stehende dafür tat, die Todesmaschinerie Deutschland zu stützen.
Eben dieser Rommel wird zum Widerständler und Opfer stilisiert, derselbe Rommel, der noch zwei Wochen vor seinem Selbstmord seine bedingungslose Loyalität zu Hitler bekräftigte („Nur ein Gedanke beherrscht mich immer, zu kämpfen und zu siegen für unser neues Deutschland. Heil, mein Führer“).
Derselbe Rommel dessen eigene Frau sicherstellen will, dass ihr Erwin niemals an den Vorbereitungen und der Ausführung des 20. Juli 1944 beteiligt war, da solch Handeln nicht seinem soldatischen Ehrgefühl und seinem Verständnis von Treue entsprach.
Der also höchstens marginal mit den plötzlich Geläuterten um Stauffenberg zu tun hatte, welche aus rein militärstrategischen Gründen nichts anderes versuchten als ihre erbärmliche Haut zu retten, da der deutsche Karren schon unwiederbringlich im Dreck steckte.
Soviel also zum Heidenheimer Verständnis von Widerstand.
Aber selbstverständlich macht sich ein Generalfeldmarschall als Held und Opfer auch besser als ein dahergelaufener Arbeiter aus Königsbronn (übrigens kein Sohn der Stadt), welcher schon Jahre vorher genau wusste wie der Hase läuft.
Der Nazi-Klotz ist ein Schlag ins Gesicht der realen Opfer des mörderischen Kollektivs, ein Verhöhnen all derer, die im Kampf gegen Deutschland ihr Leben ließen.

Deutsche Täter sind keine Opfer!
Das Denkmal zu Bauschutt!

Leiden, Labern, Lamaismus

dalai lama
Hurra, der zivilisationsmüde Westler hat endlich wieder einen Grund gefunden, seinen in Batikkleidung gewandeten Körper auf die Straße zu schleppen.
Gefühlslinke aus aller Welt kämpfen mit einem „Free Tibet“ auf den Lippen gegen die Bestie aus China und die drohende Überfremdung ihres Paradieses.
Der „kulturelle Genozid“ steht vor den Pforten Lhasas und die internationale Gutmenschen Föderation rüstet sich zum Kampf für das gute Gewissen des Planeten, den Dalai Lama.
Mit der Prekarisierung ganzer Bevölkerungsschichten streckt der Kapitalismus auch in Deutschland seine hässliche Fratze in das Bewusstsein der Menschen, lasst auch hier die Hüllen fallen und hinter der Sozialstaatsmaskerade wird erkennbar, was er ist und Zeit seiner Existenz war, ein brutales, ein menschenverachtendes System.

Doch anstatt für eine Gesellschaft jenseits von Kategorien wie Nation, Kapital, Rasse, Volk, Geschlecht, Religion und Kultur einzustehen, suchen Abertausende ihr Heil im herbeihalluzinierten Shangrila.
Tibet, Ort der Reinheit, der spirituellen Erkenntnis und des inneren Friedens. Ein Traum für die Apologeten des Verzichts. Doch was sich hinter diesem Traum verbirgt, ist vielmehr ein Garant für schlaflose Nächte und reaktionär bis ins Mark.

Schon die oben erwähnte „Überfremdung“, Banner mit „Tibet den Tibetern“-Aufschrift und ähnlicher völkisch-rassistischer Müll ersparen uns schon im vornherein jegliche Überraschung wenn im Himalaja der tibetische Lynchmob Hetzjagd auf Han-ChinesInnen macht.
Der geäußerte Wunsch nach einem „freien“ Tibet, ist das Verlangen nach einer feudalistischen Theokratie, mit allem was so dazu gehört.
Wir jedenfalls können bei Gottkönigen und Sklaverei, Dämonen und Sexismus kein progressives Potential ausmachen. Eine durchschnitliche Lebenserwartung von knapp 37 Jahren erscheint uns nicht als erstrebenswert und einer Region mit fast 50% Kindersterblichkeit will man seinen Nachwuchs nun wirklich nicht ausliefern (die Daten stammen aus der Zeit vor der Einverleibung Tibets durch China).
Noch wesentlich weniger beeindrucken uns dahergesalbaderte Binsenweisheiten, des wohl prominentesten Glatzkopfes unserer Zeit.

Vielmehr interessiert uns warum mystisch-magischer Mummenschanz als Legitimation für eine politische Führungsrolle Akzeptanz findet.
Warum die jahrzehntelange, innige Freundschaft zu SS-Kadern und die in einem Bildinterview geäußerte Sympathie für Nazideutschland den Dalai-Fanclub nicht um seine Solidarität mit eben jenem bringt, verwundert uns in Deutschland ziemlich wenig.
In Heidenheim findet es mensch ja nicht einmal verwerflich dem Nazischergen Erwin Rommel ein opulentes Denkmal zu spendieren, während man das des Georg Elser mit der Lupe suchen muss.

Bei aller Kritik an der „Free-Tibet-Bewegung“ sollte mensch aber nicht dem Trugschluss erliegen die agp für VerfechterInnen der KPC zu halten.
Uns ist absolut klar, dass es sich im Fall des modernen China um ein autoritäres System handelt, welches mit dem Kommunismus in etwa soviel zu tun hat, wie der Sommerschlussverkauf bei C&A.
Doch wir wehren uns entschieden gegen die Einteilung der streitenden Parteien in „Gut“ und „Böse“. So lässt sich nicht verschweigen, dass die sogenannte Besatzung mit einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität für die Bevölkerung Tibets einherging.
Ein dichotomes Weltbild taugt nicht als Instrument zur Analyse des Konflikts.

ag ponyhof

Wer Wind sät, und so

knöpfleswäscherin
Aus naheliegenden Gründen waren wir, gelinde gesagt, nie große Fans der Knöpfleswäscherin. In der neuesten Ausgabe der Neuen Woche durften wir, dem zum Trotz, ihren Beitrag zur Nazipropaganda am Rathaus in Augenschein nehmen.
Wenn aber in diesem Artikel, zu unserem Erstaunen, sogar sie der Heidenheimer Polizei Gehirnschwund diagnostiziert, muss ja etwas dran sein.
Denn, so die Knöpfleswäscherin, bei Nazigesabbel wie dem vom „Schuldkult“, könne es keinen Zweifel geben, welchen Geistes Kind der Autor ist.
Vereinfacht sagt sie damit, nichtmal die Heidenheimer Polizei kann ernsthaft so dumm sein dem linken Spektrum so etwas zuschreiben zu wollen.
Hieraus lässt sich wiederum schließen, dass das aktive Ignorieren rechter Umtriebe, bei gleichzeitiger Kriminalisierung jeglichen antifaschistischen Widerstands, kein Zufall, sondern gängige und gewollte Praxis regionaler Ordnungshüterstrukturen ist, q.e.d.
Ebenfalls beklagt die Knöpfleswäscherin den Umstand, dass die „neuen rechten Demokratiefeinde“ nur noch von „linksorientierten Jugendlichen“ erkennbar sind. Tja, dieser Zustand wäre durch Vorträge (im Stile von „Wölfe im Schafspelz) relativ zügig behoben. Doch solche werden ja beständig von der, wen wunderts jetzt noch, Heidenheimer Polizei torpediert. Spezieller „Dank“ an dieser Stelle an die „netten und hilfsbereiten“ Herren vom Staatsschutz.
Doch seis drum. Repression holt sich immer auch eine angemessene Reaktion ins Haus.
Wer Wind sät, dem wird auf die Couch gekackt!

ag ponyhof

Den Artikel der Lokalpresse gibts hier.

Ob grün, ob braun…

polizist
Da uns die FreundInnen von der Autonomen Antifa Heidenheim im Kommentieren der geistigen Frühjahrsmüdigkeit unserer Heidenheimer Polizei schon zuvorkamen (den vollständigen Artikel gibt es hier), bleibt uns an dieser Stelle nur ein zustimmendes Nicken.
Eine klitzekleine zusätzliche Anmerkung können wir uns dann aber doch nicht verkneifen.
Wenn sie, Baur Horst, den Ursprung revisionistischen Nazigekritzels (noch dazu immer in derselben Sauklaue an die Wand gekotzt) im linken Spektrum verorten, möchten wir gar nicht wissen, wie es a) um ihre Synapsen, und b) um ihren eigenen politischen Standpunkt gestellt ist.

Ob grün, ob braun…

In diesem Sinne, ag ponyhof

Black is beautiful!

bib

Black is beautiful! Militanzverbot? Nix da!
(Aufruf der USB)

„Ihr seid doch nur Demonstranten!“, so beschimpfte FCB-Manager Uli Hoeneß die organisierten Fans des FC Bayern. Nicht nur für Uli H. ist ein Demonstrant ein Feindbild, ein Störer und Sicherheitsrisiko. Das neue Versammlungsgesetz, das die Bayerische Staatsregierung noch vor der Sommerpause im bayerischen Landtag abstimmen lassen will, liest sich wie die Erfüllung aller polizeistaatlichen Wunschträume. Mit der Föderalismusreform ist die Gesetzgebungskompetenz in Sachen Versammlungsrecht vom Bund auf die Länder übergegangen. Bayern ist damit das erste Land, dass von der Möglichkeit Gebrauch macht, ein komplett eigenständiges Gesetz zu schaffen. Angesichts der herrschenden politischen Verhältnisse ist es höchst wahrscheinlich, dass dieses Gesetz, noch vor der Sommerpause durch den Landtag geht, wenn bis dahin nicht ein entsprechender Gegendruck aufgebaut worden ist. Es wird dann wohl zum 1. Oktober 2008 in Kraft treten.

Einige der Änderungen, die damit einhergehen werden:
Eine Versammlung können schon zwei, anstatt wie bisher drei Personen darstellen
Das sog. „Militanzverbot“ verbietet das Tragen von gleichartigen Kleidungsstücken, wenn damit eine „einschüchternde Wirkung“ verbunden ist. (z.b. Black-Bloc-Verbot)
Der/Die AnmelderIn muss sowohl im Vorfeld als auch während einer Versammlung „geeignete Maßnahmen ergreifen“, um einen „gewalttätigen Verlauf der Versammlung“ zu verhindern. WIrd diese Rolle als HilfspolizistIn nicht wahrgenommen, so drohen Geld- oder Haftstrafe.
Eine Versammlung kann verboten oder beschränkt werden, wenn „Rechte Dritter unzumutbar eingeschränkt werden.“ Dies besagt unter anderem, dass bei der Abhaltung von Demonstrationen o.ä. beispielsweise auch die Interessen des Einzelhandels berücksichtigt werden müssen, bzw dass mensch nicht zu oft hintereinander am selben Ort demonstrieren darf.

Diese Verschärfung des Versammlungsrechts wollen wir so nicht hinnehmen. Bereits jetzt ist das bestehende Versammlungsrecht ein repressives Mittel des Staates, um unsere legitime politische Meinungsäußerung zu behindern und kontrollieren. Das neue Gesetz bedeutet eine noch größere Handhabe und Willkür von Polizei und Staat gegen soziale Bewegungen.

Diese repressive Zuspitzung in Form eines neuen, verschärften Versammlungsrechts ist ein Teil von diversen Kontroll- und Überwachungsmechanismen, die auf eine gesamtgesellschaftliche Überwachung aller Lebensbereiche abzielen.

Dieses Gesetz ist der Ausdruck (und hierzulande wohl bisheriger Höhepunkt) einer immer weiter voranschreitenden, umfassenden autoritären Formierung dieser bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Polizeistaatliche Methoden, wie die Erfassung sämtlicher Autokennzeichen auf deutschen Autobahnen, die Speicherung von Internet-, Handy- und Telefonverbindungsdaten, die Videoüberwachung des öffentlichen Raumes usw. gehen einher mit einem zunehmenden Sozialabbau, der Schaffung eines riesigen, prekären Billiglohnsektors auf dem Arbeitsmarkt, der Prekarisierung weiter Teile der Bevölkerung in der BRD und der zunehmenden repressiven Abgrenzung nach außen gegenüber – von den herrschenden kapitalistischen Verhältnissen verursachten – Migrationsströmen. Diese sich aus einer scheinbar allgemeingültigen, zerstörerischen kapitalistischen Verwertungslogik heraus ergebenden Widersprüche können anscheinend nur noch durch immer repressivere Maßnahmen und Gesetze unter Kontrolle gehalten werden. Weltweit äußert sich dies in Form von Kriegen und der gewaltsamen Unterdrückung von sozialen Bewegungen. Hier in Deutschland und Bayern hingegen äußert es sich in immer umfangreicherer Überwachung von immer mehr Menschen und in immer repressiveren Gesetzen. Das neue bayerische Versammlungsgesetz ist also Ausdruck sich weltweit – auch in der BRD – verschärfender gesellschaftlicher Widersprüche.

Für emanzipatorische und linksradikale Bewegungen in Bayern stellen sich nun wieder grundsätzliche politische Fragen: Sollen unter diesen Umständen Demonstrationen überhaupt noch angemeldet werden? Wie kann mensch den staatlichen Repressionsapparat unterlaufen und trotzdem effektiv eigene Inhalte vermitteln? Ist es nicht vielleicht besser, WIR bestimmen, wann wir wo, was und wie machen und nicht Bullen und Staat?

Dieses System ist grundsätzlich auf Repression angewiesen, um sich selbst in seiner Funktionsweise zu erhalten, weswegen es nur folgerichtig ist, dass jeder Widerstand, der auf Systemüberwindung abzielt, mit Gewalt beantwortet wird. Es liegt an uns, das Gewaltmonopol des Staates jeden Tag in Frage zu stellen, um damit einen Schritt hin zu einer befreiten Gesellschaft, die sich an den Bedürfnissen aller Menschen orientiert, zu machen. Der Kampf gegen das neue bayerische Versammlungsgesetz muss deshalb auch in den entsprechenden Kontext gestellt werden.

Am 31.5. wollen wir unseren Widerstand gegen das neue Versammlungsrecht auf die Straße tragen. Wir rufen alle Menschen, denen etwas daran liegt, ihre politische Meinung öffentlich zu artikulieren, dazu auf, sich ab 14 Uhr in München auf dem Geschwister-Scholl-Platz an dieser Demonstration zu beteiligen. Seid kreativ, organisiert Euch und sorgt für Chaos und Unordnung in München und überall!

Nehmen wir uns unsere Versammlungsfreiheit!
Komm in den antikapitalistischen Block!

31.05.08 München
Beginn: 14:00
Geschwister Scholl Platz (U6 / U3 Universität)

Weitere Infos gibt es auf versammlung.blogsport.de

Nastrovje!